Alle lieben Pippi

Wie war das so mit Pippi als Kind?

Ich erinnere mich noch sehr gerne an die Zeit als ich das erste Mal Pippi Langstrumpf gesehen habe. Ich war fasziniert von der Vorstellung in einem kleinen Haus alleine zu leben, nur mit Tieren und alles so zu gestalten, wie ich will. Ich fand es auch immer schön mir vorzustellen, wie ich ein Kaffeekränzchen im wahrsten Sinne des Wortes in die Luft sprenge. Hinfort mit all den gesellschaftlichen Konventionen. Kinder an die Macht. Sogar heute noch stelle ich mir vor, in einem kleinen Haus zu leben, authag, mit ein paar Tieren, unabhängig von den großen Mächten dieser Welt. Dieser Traum erweist sich jedoch als kläglich gescheitert, spätestens wenn ich wieder in einem Drogeriemarkt stehe und viel zu viel Geld für Dinge ausgegeben habe, die ich dann doch oft nicht brauche.

Als Mutter willst Du erst mal…

Nun bin ich selbst Mutter, einer unheimlich starken kleinen Dame. Die es mir nicht einfach macht mit all den Vorstellungen, wie es so mit der Erziehung zu laufen hat. Sie treibt mich in den Wahnsinn so manchen Tag. Doch ich lerne durch sie auch mich kennen. Ja, auch ich gehöre zu den Müttern die sich eine starke Tochter wünschen. Jedoch sollte man wissen, hierfür muss man so einiges schlucken können, sich manchmal auch durchbeißen und über einige Dinge hinweg sehen. Ja, das muss man wohl oder übel. Egal was alle tolle Erziehungsratgeber sagen.

Warum “Räubertöchter” in unserer Gesellschaft aber wichtig sind, Sie…

  • sie sind kreativ
  • besitzen Empathie, weil sie einiges durchgemacht haben
  • können das Leben etwas weicher und weiblicher gestalten aber auch genauso tough sein
  • können in schweren Zeiten aufbauen
  • sind verantwortungsbewusst gegenüber den Schwachen

Mutter Natur, die Mutter von Pippi?

Wenn ich mir derzeit die Welt anschaue, mit all Ihren Macken, vermisse ich Mutter Natur so sehr in allen Abläufen und Strukturen, das es mich schon traurig macht. In den großen Firmen sitzen nur Männer, überall wo wichtige Dinge entschieden werden, sitzen nur Männer. Größtenteils alte Chauvinisten, Proleten, Unmenschen. Wo sind die Frauen, die mit entscheiden und gestalten? Ja, wo sind all die kleinen und großen Hexen die starken Frauen? Sobald Frauen eine starke Rethorik besitzen, selbstsichter sind, haben sie gleich den Stempel Emanze, Zicke, Furie…Ein Mädchen wie Pippi Langstrumpf wird heute bewusst klein gemacht, nicht geachtet und verhöhnt. Egal ob in der Schule, auf dem Spielplatz oder in der Straßenbahn. Ich erinnere mich, alle starken Mädels in meinem Umfeld, waren im gewissen Maß auch immer selbstbewusst, schlagfertig, frech und manchmal auch ein wenig burschikos…aber immer recht empathisch. Hilfsbereit, witzig,…

Wie begegne ich meine Tochter?

Diese Frage stelle ich mir jeden Tag. Ich weiß, es klingt komisch. Man denkt, sie hat genug Power. Eigentlich braucht sie nicht so viel. Sie ist doch so selbstständig. Doch es ist nicht so. Ich lasse die Kinder schon viel alleine machen, gerade sie. Grenzen setze ich ihr aber schon auch. Hier habe ich aber gemerkt, das es besser ist, dies liebevoll zu machen mit logischer Erklärung. Auf Imperativ reagiert sie erst recht nicht :D.Ich bin keine Pädagogin, trotz allem würde ich gerne ein paar Tipps geben, die mir das Zusammenleben mit ihr sehr vereinfacht haben. Ein paar einfache Ideen für den Alltag:
  • Ich nehme sie ernst! Ich denke, das ist für Kinder am Wichtigsten. Das war es für mich auch als Kind. Nicht ernst genommen zu werden, brennt sich in die Wurzel, sehr lange als Kind.
  • Ich nehme mir jeden Tag ein bißchen Zeit nur für Sie. Integriere sie in die Hausarbeit, bastel, lese mit ihr.
  • Ich lasse sie aussprechen
  • Ich tröste sie wenn sie traurig ist.
  • Ich lasse sie soviel wie möglich in Ruhe. (Damit sie Ihre Kreativität auslebt, auch wenn ihr langweilig ist).
Bisher habe ich auch mindestens genauso viel Fehler gemacht, wie vielleicht gutes getan. Vielleicht reflektieren wir es einfach irgendwann gemeinsam :). Das wäre gut.
Spread the love

Schreibe einen Kommentar