Schwangerschaft, Geburt und Stillen Kind #1

Die erste Schwangerschaft, einfach herrlich

Ich erinnere mich noch sehr gut daran. Adrian und ich haben gerade beschlossen, Kinder zu bekommen schwups war ich schwanger. Viele in unserem Umfeld haben bestimmt auch schon analysiert, warum und weshalb es so schnell ging. Es hat uns aber wirklich nie interessiert. Mein ganzes Leben verlief nie nach Plan, nach keinem Plan anderer und auch nicht nach einem eigenen. Wie ein Fluss habe ich mir einen Weg gebahnt. :)Auf jeden Fall waren wir erfreut über den positiven Schwangerschaftstest. Ich wusste es ziemlich früh. Der Familie und Freunden haben wir es erst nach der “gefährlichen ersten Phase” dem 1. Trimester mitgeteilt. Hier habe ich ein paar Punkte zusammengefasst, die ich nach drei Kindern gerne anderen Schwangeren Frauen mitgeben will. Mein 10-Punkte-Plan für eine gute Schwangerschaft.

Türkin, nicht verheiratet und schwanger ein Skandal

Es war natürlich ein kleiner Skandal in meinem Umfeld. Zu der Zeit war ich im Vorstand der Alevitischen Gemeinde und in einem türkischen Volkschor aktiv. Man kann sich vorstellen, was das für ein Räuspern gab. Wir hatten einige Hürden zu überwinden. Doch sie haben uns nur mehr zusammen geschweißt. Das Gefühlschaos blieb nicht aus. Zudem waren wir beide hin-und her gerissen ob wir heiraten sollen oder nicht. Schlussendlich haben wir uns für ein Ja entschieden, drei Wochen vor der Entbindung ohne jegliche Angehörige, schnell nur mit einem befreundeten Paar. Damals war es die richtige Entscheidung, heute würde ich meine Eltern mit Geschwistern und Anhang wenigstens dazu holen. Jetzt ist aber jetzt. Vielleicht feiern wir dafür ein Jubiläum nachträglich groß mit Jamsession, Davul und Zurna, Raki und Bier :D. Mal schauen.

Der Blick meiner Eltern ein unvergesslicher Moment

Ich kann mich noch sehr gut an die Blicke meiner Eltern erinnern. Mein Mutter war geschockt und mein Vater irgendwie auch ein wenig traurig. Ich glaube, er hätte sich gewünscht das mein Mann klassisch um die Hand der Tochter bittet. Es war aber nur ein kurzer Moment. Danach haben wir ganz sachlich über die Situation geredet. Ich muss sagen meine Eltern haben mich sehr gut begleitet. Meine Mama hat immer gekocht mich betreut. Ich habe oft dort geschlafen, wenn mein Mann arbeiten war. Sie waren mir wirklich eine Riesengroße Hilfe. Zu meiner Mutter habe ich ein sehr schönes Verhältnis in dieser Zeit aufgebaut. Es war wichtig für mich Ihren seelischen Beistand zu bekommen. Egal wie schwierig unser Verhältnis war. Und den hat sie mir gegeben. Dafür bin ich wirklich immer noch endlos dankbar. Es ist wirklich ein Unterschied ob ein Hebamme dir Mut macht oder deine Mutter im Geist die ganze Zeit bei dir ist. Ihr Mütter dieser Erde, unterstützt eure Töchter in diesen schwierigen Zeiten, auch wenn ihr schwierige Zeiten miteinander hattet.

Ängste, Wehwechen und Infekten

Leider wurde auch ich geplagt in dieser Zeit von einigen Wehwechen. Ich hatte Hüftschmerzen durch mein Hüftdysplasie und die enorme Gewichtszunahme, eine Blasenentzündung. Einen Hautinfekt im letzten Quartal der Schwangerschaft. Die Hormone spielen verrückt und man weiß manchmal gar nicht, warum. Der eigene Mann darf auf einmal nicht mehr aus dem Haus. Man würde sich am Liebsten wie ein Hund vor die Tür stellen. Stattdessen wird dann eher Schokolade gegessen und geweint. Ach ja, die Tüte Chips natürlich auch. Es könnte ja etwas passieren. Freundinnen, auf die man gebaut hat sind auf einmal nicht mehr da. Wie von Geisterhand verschwunden. Es gibt keine perfekte Schwangerschaft, keine perfekte Geburt. Man sollte ehrlich zu sich selbst sein und sich reflektieren. Ich glaube das ist echt elementar.

Die erste Geburt

Ich kann mich sehr gut erinnern. Ich war gerade bei der Frauenärztin morgens zum CTG hab mich mit meiner Kugel in die Bahn gesetzt um heim zu fahren. Es war furchtbar. Am liebsten hätte ich einen Riesengroßen Wall aufgebaut. :D. Ich bin heim gekommen gerade auf die Toilette und da war er. Der Blasensprung! Wir sind direkt ins Krankenhaus gefahren. Mein Mann war die ganze Zeit bei mir. Ich hatte leichte Wehen, also haben wir uns entschieden, das wir Schach spielen. Ja, Schach. Wir waren gerade mitten im Spiel da kam auch schon die erste Wehe bei der ich nicht mehr konnte. Wir sind in das Geburtszimmer und ich wollte nicht auf diese Liege. Ich kann mich erinnern, das ich mich auf dem Klo einsperren wollte, damit ich meine Ruhe habe. Genau in diesem Moment kam die Hebamme und hat mir gesagt, ich soll mich nicht im Klo einschließen. Mist. sie hat meinen Plan durchschaut. also kam ich raus. Ich wollte sie nicht bei mir haben. Ich wollte niemanden bei mir haben. Es war so ein archaischer Moment. Ich kam mir vor wie eine Steinzeitfrau die eine Höhle sucht. Doch sie fragte einmal etwas bestimmt, “Was ist denn jetzt los!” Es war, als würde sie mich zurück auf die Erde holen. Die Wehen waren regelmäßig und mein Gefühl sagte mir, es würde schnell gehen.

Die A’s und O’s haben mich gerettet bei jeder Wehe

Ich atmete recht laut und hatte noch die A’s und O’s im Hinterstübchen von der Schwangerschaftsvorbereitung. Also kam das erste A, das zweite A. Die Hebamme hat mir immer die richtigen Momente gesagte für jeden Laut. Das war sehr hilfreich. Zwei Stunden später hatte ich unsere erste Tochter auf dem Arm. Meine kleine Reinkarnation von Pippi Langstrumpf 🙂

Tragen im Tuch nach der Geburt

Wir hatten bei unserem ersten Kind nur eine Tragehilfe mit Neugeboreneneinsatz der aber irgendwie zu groß war und mussten mit dem Zug zurück fahren. Es war schon sehr abenteuerlich. Aber dieses Neugeborene Kind am Körper zu Tragen anstatt im Wagen rum zu schieben, war einfach sehr schön. Wir haben sie lange in der zu großen Trage gehabt und noch gepolstert, was man eigentlich nicht macht. Als ich dann mein erstes Tragetuch hatte, war ich sehr froh. 🙂 Ich kann es wirklich nur empfehlen, gerade am Anfang das Baby zu tragen. Man kann es ja immer wieder ablegen oder den Vater auch mal mit dem Wagen rum fahren lassen, vor allem nach einem Kaiserschnitt geht es schwierig mit dem Tragen. Aber wer die Gelegenheit hat, sollte sie wirklich wahr nehmen. Es gibt wirklich tolle Trageberaterinnen oder Hebammen die einem hier mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Das erste Stillen

Daran erinnere ich mich auch noch blühend. Unsere Tochter hat direkt die Brust gesucht und schnapp wie eine Schnappschildkröte zugeschnappt. Sehr bestimmend. Es tat höllisch weh. Ich hatte offene Brüste im Krankenhaus, habe hier aber nicht soviel Hilfe bekommen. Das war irgendwie blöd. Als ich dann wieder zu Hause war, hat mir aber meine Hebamme die richtigen Tipps gegeben und mich motiviert weiter zu machen. Nach drei Wochen war ich eigentlich fast so weit aufzugeben und es ging dann auf einmal. Dank Schwarztee Kompressen und Olivenöl. Heute weiß ich nach drei Kindern, jedes Kind still anders und man sieht schon den Charakter des Kindes. Ich habe hier auch einen kleinen Wegweiser zusammen gestellt für das Stillen. Tipps&Tricks die mir weiter geholfen haben.

Das Wochenbett

Leider war es so, obwohl die Geburt recht fix ging und gut verlief das durch das weiche Gewebe einige Blessuren hinterlassen wurden. Der Himbeertee hatte es zu weich gemacht. (wie meine Hebamme und ich dann analysiert haben) Also Himbeertee nicht einfach so trinken, weil man es irgendwo liest, sondern wirklich abklären mit Hebamme und auch Ärztin, wenn möglich. Lieber einmal zuviel gefragt. Den die Blessuren war doch etwas schmerzhaft und wurden ohne Narkose vernäht. Aber man ist ja wie im Rausch nach so einer Geburt und merkt es nicht. Dank Tanolact und Kamillenkonzentrat Sitzbäder verheilten diese aber recht schnell. Das Wochenbett verlief an sich nach Plan. Ich war sehr dankbar dafür. Natürlich ist es aber für eine Partnerschaft eine Riesenprüfung. Doch man sollte versuchen es zu schaffen. Mit bestem Wissen, Gewissen und dem Herzen. 🙂

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