Unkraut?

Gras, Wiesen und Felder

Jeden Tag auf meiner Route zum Kindergarten und zurück gibt es Felder und Wiesen, die es zu überqueren gibt. Der Weg dauert zu Fuß eine halbe Stunde. Es ist ein schöner Weg zum Laufen. Es gibt immer Momente in denen ich gefragt werde, was das für ein Käfer ist, das für eine Pflanze. Es ist ein Segen, wenn Kinder sich im grünen bewegen können. Da wir keinen Garten haben, bin ich dankbar für diesen kleinen grünen Streifen. Ich könnte schimpfen, weil der Weg so lange ist. Könnte schimpfen, weil ich auf dem Weg kurz warten muss, weil eines der Kinder etwas fragt. Könnte schimpfen, weil es zurück zu Laufen immer doppelt so lange dauert wie hin. Doch ich tue es nicht. Ich genieße es. Weil dieser Spaziergang grün ist.

Erhalt der Artenvielfalt in der Natur beginnt im Kleinen

Bei unserem letzten Weg zum Kindergarten sehe ich auf einmal wie Gartenarbeiter eine wunderschöne, wilde Wiese um die SAP Arena einfach “nieder sensen”. Eigentlich nichts außergewöhnliches, passiert ja jeden Tag. In diesem Moment ist mir aber bewusst geworden, wie unnötig es doch ist. Diese Wiese wird als Unkraut angesehen. Dabei ist sie Lebensraum für so viele Insekten und Tiere und stört niemanden. Dann habe ich auch noch einen Käfer auf einem Halm sitzen sehen, den ich noch nie gesehen habe.

Ich habe mich gefragt, warum? Was ist denn überhaupt Unkraut? Es gibt manches Unkraut, das finde ich anziehender und spannender wie manchen Menschen. Die Kinder lernen so viel von solchen wilden Wiesen. Mir geht das Herz auf, wenn unsere Große wieder eine Pflanze erkennt, ein Blumenmeer erkennt oder ein Tier und sagt: “Schau mal Mama, wie süß, wie schön!” Diese Momente sind so heilig und sie werden nieder gemäht in einem Moment.

Deswegen sollten wir “Unkraut” nicht entfernen

  • Er bietet Schutz für viele Insekten, Tiere und Pflanzen
  • Ein wilde Wiese sieht manchmal schöner aus, wie ein Rasen
  • Wilde Wiesen sind einfach wunderbar für Kinder zum Forschen
  • Unkraut ist hervorragend zum Pflücken (siehe Löwenzahn)
  • Mann kann mit den Blumen Blumenkränze binden
  • Unternehmen und die Stadt könnten Geld sparen durch weniger Arbeitseinsatz.

Forschen auf wilden Wiesen

Als ich im Kindergarten angekommen bin, habe ich meinem Ärgernis gleich bei einer meiner liebsten Erzieherinnen kund getan. Sie hat mir vorher noch erzählt, das eines unserer Kinder gerne mit der Lupe die Tiere beobachtet und mir empfohlen eine Glaslupe zu besorgen um mit den Kindern so die Natur zu erforschen. Als ich ihr meine Beobachtung erzählt habe, war sie auch erstaunt und empfand es auch als unnötig, manche Wiesen zu nieder zu mähen, wenn sie doch keinem Schaden.

Die Stadt, Unternehmen, Konzerne sollten sich bei jedem Mal fragen, wenn grüne Streifen gemäht werden, ob es wirklich notwendig ist. Man könnte natürlich sagen, wenn interessiert das? In der Tagesschau würde dieses Problem wahrscheinlich belächelt werden. Ich denke jedoch, Wilde Wiesen sind eine große Sache. Die großen Dinge beginnen immer im Kleinen und betreffen jeden. Ignoranz ist das Gift unserer Gesellschaft, Arroganz das Gift für die Liebe. Liebe die wir als Zivilgesellschaft brauchen. Liebe ist das Tonikum der Arterhaltung von Mensch, Pflanzen und Tier.

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